LoRaWAN - die Zukunft vernetzter Regionen

Das Netzwerkprotokoll LoRaWAN ermöglicht es, verschiedene Anwendungen des Internet of Things (IoT) miteinander zu verbinden. Die drahtlose Vernetzung unterschiedlichster Sensoren erlaubt bei sehr geringem Energieverbrauch eine Kommunikation über weite Entfernungen – etwa für das Abfallmanagement oder die intelligente Parkplatzsuche in smarten Regionen und Städten.

Strategieentwicklung Smarte Regionen
Titelbild Lo Ra WAN Video

Anwendungsfelder von LoRaWAN

Anwendungsfeld Bereiche Ziel Beispiele
Energie & Versorgung Energie, Wasser, Netze, Grundversorgung Versorgungssicherheit, Effizienz, Resilienz Zählerdatenerfassung (Strom-, Wärme- und Wassermengenzähler); Überwachung Leitungszustand, Druck, etc. (Gas, Wasser); Leckagenfindung (Gas, Wasser); Trafostationsüberwachung; Temperatursensoren; ...
Gebäude & Liegenschaftsmanagement Gebäude, Liegenschaften, technische Infrastruktur Betrieb, Energieeffizienz öffentlicher und privater Gebäude Heizungs- und Raumklimamonitoring; Steuerung von Heizkörperthermostaten (Temperaturregelung etc.); Tür- und Fenstersensoren; Gebäudefrequentierung (öffentliche Einrichtungen) -überwachung (Vibration, Material); Objektschutz (Wetter, Einbruch, Rauch); ...
Umwelt, Klima & Stadtökologie Luft, Wasser, Lärm, Klima, Grünflächen Lebensqualität, Klimaanpassung, Umweltmonitoring Pegel- und (Hoch- und Niedrig-)Wassermonitoring; Luftqualität (CO₂, Feinstaub etc.); Temperatur- und Luftfeuchtesensoren; Frühwarnsysteme bei Extremwetter (Wetterstationen); Lärmmessung / Lautstärkenüberwachung; Bewässerung (Grünflächen); Füllstandsmessung von Abfallbehältern (Smart Waste); ...
Land-, Forst- & Ernährungswirtschaft Landwirtschaft, Forst, Böden, Tiere Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung, Frühwarnung Bewässerung / Bodenfeuchtigkeit; Tierbewegungen; Bodenzustand / Kompost; Waldbränden; Temperaturen (z.B. Frostschutzmonitoring); Luftqualität und -zustand z.B. in Treibhäusern; Füllständen (z.B. Futter); ...
Mobilität & öffentlicher Raum Verkehr, Parken, Straßenraum, Beleuchtung Verkehrsfluss, Sicherheit, Nutzungssteuerung Parkraummanagement / Halteverbotsüberwachung; Zustand & Belegung von Ladesäulen; Straßenlaternensteuerung; Überwachung Füllständen (z.B. Streusalz); Überwachung von Auto- und Fahrradschlössern; Tracking von Fahrzeugen, von älteren Menschen, etc.; ...
Sicherheit, Gesundheit & Soziales Schutz, Prävention, Gesundheit, soziale Anwendungen Schutz, Prävention, gesellschaftlicher Mehrwert Objektschutz; Rauch- & Einbruchsmelder; Tracking älterer Menschen; Kritische Zustandsüberwachung (z.B. Wasserführende Leitung in Serverräumen); ...
Mockup Lo Ra WAN

Gute Beispiele aus Thüringen

Um den Einsatz von LoRaWAN möglichst flächendeckend anleiten zu können, haben wir einen Rollout Plan für die Implementierung in Thüringer Kommunen erstellt. Anhand von Best-Practice-Beispielen, wird gezeigt, welche Anwendungsfälle bereits heute realisiert werden können. In Thüringen gibt es bereits zahlreiche Praxisanwendungen, etwa Sensornetzwerke zur Umweltüberwachung, Pegelmessungen an Gewässern, Sensoren in Müllcontainern oder Klimadatenerfassung an Sportstätten. Hier finden Sie neben LoRaWAN-Ansätzen auch andere gute Beispiele aus Thüringen.

Häufige Fragen rund um das Thema LoRaWAN

LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) ist eine Funktechnologie zur drahtlosen Übertragung kleiner Sensordaten über große Entfernungen bei sehr geringem Energieverbrauch. Sie eignet sich besonders für einfache Messwerte wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Pegelstände oder Füllstände von Behältern. Sensoren können häufig mehrere Jahre batteriebetrieben arbeiten und benötigen keine aufwendige Infrastruktur. Dadurch ist LoRaWAN eine kostengünstige Grundlage für digitale Anwendungen, insbesondere in Kommunen und Smart-City-Projekten.

Ein wesentlicher Vorteil besteht darin, dass Daten kontinuierlich erhoben werden können. Dies ermöglicht fundierte Entscheidungen, effizientere Steuerung von Infrastruktur sowie eine datenbasierte Stadtentwicklung.

Der Einsatz von Sensorik und LoRaWAN schafft eine digitale Datengrundlage für kommunale Entscheidungen. Echtzeitdaten verbessern Planung, Wartung und Ressourcensteuerung. Gleichzeitig sind die laufenden Kosten gering, da Sensoren energieeffizient arbeiten und meist keine eigene Funkinfrastruktur aufgebaut werden muss. Weitere Vorteile sind:

  • hohe Reichweite bei geringem Energieverbrauch
  • kabelloser Betrieb ohne größere Baumaßnahmen
  • lange Batterielaufzeiten (oft 5–10 Jahre)
  • Reduzierung manueller Kontrollen und Fahrten
  • bessere Planbarkeit und Kosteneinsparungen durch Echtzeitdaten

LoRaWAN wird in vielen kommunalen Bereichen eingesetzt. Beispiele sind:

Energie und Versorgung
  • Zählerdatenerfassung (Strom, Gas, Wasser)
  • Überwachung von Leitungen, Druck oder Trafostationen
  • Leckageerkennung und Temperaturüberwachung
  • PV-Anlagen-Monitoring (Ertragsüberwachung, Wechselrichter-Störungen)
Gebäude- und Liegenschaftsmanagement
  • Heizungs- und Raumklimamonitoring sowie Thermostatsteuerung
  • Luftqualitäts- und Feuchtemessung
  • Verbrauchsdatenerfassung
  • Gebäudesicherheit und Zustandsüberwachung sowie Frequentierung
  • Tür- und Fensterüberwachung (auch für Einbruchprävention)
  • Präsenz- und Raumbelegungssensorik (Desk-Sharing, Besucherzählung)
Mobilität und öffentlicher Raum
  • Parkraummanagement
  • Steuerung von Straßenbeleuchtung
  • Überwachung von Ladeinfrastruktur oder Streugut
  • Fahrzeug- oder Objektracking
  • Straßenzustands-Monitoring (Glätte, Feuchte, Temperatur)
  • Brückenbauwerks-Monitoring (Neigung, Rissbildung, Vibration)
Umwelt, Klima und Stadtökologie
  • Feinstaub- und Pegelmessungen (Hoch- und Niedrig-)
  • Wetter- und Klimadaten
  • Lärmmessung
  • Smart-Waste-Anwendungen (z. B. Füllstandsmessung von Abfallbehältern)
Land- und Forstwirtschaft
  • Bodenfeuchte- und Klimamessungen
  • Tiertracking
  • Waldbrandprävention
  • Schädlingsmonitoring mit Kamerafallen
  • Frostwarnsysteme für Obstbau
Sicherheit, Gesundheit und Soziales
  • Rauch- und Einbruchsmelder
  • Zustandsüberwachung kritischer Infrastruktur (z. B. Wasserleitung in Serverräumen)
  • Unterstützende Anwendungen im sozialen Bereich
  • Rutschungs- und Hangbewegungserkennung

Gibt es Anwendungsbeispiele aus Thüringen?

In Thüringen gibt es bereits zahlreiche Praxisanwendungen, etwa Sensornetzwerke zur Umweltüberwachung, Pegelmessungen an Gewässern, Sensoren in Müllcontainern oder Klimadatenerfassung an Sportstätten. Diese Daten werden häufig über zentrale Dashboards visualisiert, sodass sie einfach ausgewertet und genutzt werden können.

Für ein LoRaWAN-System werden im Wesentlichen folgende Komponenten benötigt:

  • Sensoren zur Datenerfassung
  • Gateways zur Weiterleitung der Daten
  • LoRaWAN-Netzwerkserver (LNS) zur Verarbeitung
  • Datenbank und Dashboard zur Visualisierung

Die Daten können in Echtzeit dargestellt werden, etwa in Karten, Diagrammen oder Verlaufsanalysen. Wichtig ist dabei, dass die Nutzung auch ohne tiefes IT-Fachwissen möglich sein soll.

Ein großer Vorteil der LoRaWAN-Technologie sind die vergleichsweise niedrigen Kosten. Im Gegensatz zu vielen anderen digitalen Lösungen sind weder teure Infrastruktur noch hohe laufende Betriebskosten nötig. Ein Funk-Gateway kostet meist zwischen etwa 500 und 1.500 Euro, Sensoren liegen häufig im Bereich von 50 bis 200 Euro. Da die Geräte sehr energieeffizient arbeiten, bleiben auch die laufenden Kosten gering. Das macht LoRaWAN besonders attraktiv für Städte, Gemeinden und öffentliche Einrichtungen, die digitale Anwendungen wirtschaftlich und nachhaltig umsetzen möchten.

Gerade wenn digitale Sensoren in Bereichen wie Gebäudemanagement, Infrastruktur oder Umweltüberwachung eingesetzt werden, spielt Datensicherheit eine wichtige Rolle. LoRaWAN setzt deshalb auf ein mehrstufiges Sicherheitskonzept. Die übertragenen Daten werden doppelt verschlüsselt – einmal für das Netzwerk selbst und zusätzlich für die eigentlichen Anwendungsdaten. So bleiben Informationen geschützt und können nicht einfach von Unbefugten mitgelesen werden. Auch der Austausch der notwendigen Sicherheitsschlüssel erfolgt verschlüsselt. Dadurch wird verhindert, dass Geräte oder Systeme unberechtigt auf das Netzwerk zugreifen. Insgesamt gilt LoRaWAN deshalb als zuverlässige und sichere Technologie, die sich gut für viele praktische Anwendungen im öffentlichen Bereich eignet.

Ein besonderer Vorteil von LoRaWAN ist seine große Funkreichweite. In ländlichen Regionen können Signale oft über Entfernungen von bis zu 15 Kilometern übertragen werden – teilweise sogar noch mehr. In Städten ist die Reichweite wegen Gebäuden und anderen Hindernissen etwas geringer, liegt aber meist noch zwischen zwei und fünf Kilometern. Das bedeutet: Schon mit wenigen Funkstationen lassen sich große Gebiete abdecken. Dadurch können Sensoren auch dort eingesetzt werden, wo WLAN oder Mobilfunk nicht zuverlässig verfügbar sind – zum Beispiel in ländlichen Regionen, an Gewässern oder in abgelegenen Infrastrukturbereichen.

Ein großer Vorteil von LoRaWAN ist, dass die Funktechnik auch in Gebäuden meist gut funktioniert. Die Signale nutzen spezielle Funkfrequenzen, die besser durch Wände und Decken dringen als zum Beispiel WLAN. Außerdem sind diese Frequenzen frei nutzbar, sodass keine zusätzlichen Lizenzkosten entstehen. Das macht LoRaWAN besonders geeignet für große Gebäude wie Schulen, Büros, Krankenhäuser oder öffentliche Einrichtungen. Dort können Sensoren zuverlässig Daten senden – etwa zum Energieverbrauch, zur Raumluft oder für das Gebäudemanagement – selbst wenn andere Funkverbindungen oft schwächer sind. Wie gut das Signal tatsächlich ankommt, hängt aber auch von den Bedingungen vor Ort ab. Dicke Betonwände, Metall oder viele hintereinanderliegende Räume können den Empfang beeinträchtigen. Auch die Platzierung der Funkstation spielt eine Rolle: Je freier und höher sie angebracht ist, desto besser funktioniert die Verbindung. Insgesamt ist LoRaWAN eine praktische Lösung, um Sensordaten auch innerhalb von Gebäuden zuverlässig zu erfassen.

Der Freistaat unterstützt aktiv beim Einsatz von LoRaWAN. Dazu gehören:

  • Aufbau und Betrieb von Gateways
  • Bereitstellung zentraler Server und Cloudlösungen
  • Bereitstellung Dashboard zur Datenvisualisierung
  • Beratung, Vernetzung und Wissenstransfer

Kommunen müssen in der Regel nur für ihren Bedarf passende Sensoren auswählen, anschaffen, installieren und in das bereitgestellte Dashboard integrieren. Dadurch wird ein schneller Einstieg in digitale Anwendungen ermöglicht, ohne selbst ein Funknetz betreiben zu müssen.

LoRaWAN bietet eine kostengünstige Möglichkeit, Sensordaten zu erfassen und digitale Anwendungen umzusetzen. Die Technologie ermöglicht datenbasierte Entscheidungen, effizientere Prozesse und eine bessere Steuerung kommunaler Infrastruktur. Durch die Unterstützung des Freistaats Thüringen können Kommunen vergleichsweise einfach in Smart-City-Anwendungen einsteigen und von einer gemeinsamen digitalen Infrastruktur profitieren.

Digitalagentur Thüringen GmbH
Daniel Fiedler (Bereichsleiter)
Mobil +49 152 58 901 524
E-Mail dfiedler@da-th.de

oder

Thüringer Ministerium für Digitales und Infrastruktur
Ludwig-Erhard-Ring 7
99099 Erfurt

Referat 24 - Landesweite IT-Struktur, Basisdienste und IT-Souveränität
Telefon: 0361 / 57 3611 542
E-Mail: referat24@tmdi.thueringen.de

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